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Wochenendkrieger

„Wochenendkrieger“ portraitiert fünf Live-Rollenspieler und taucht in ihr Leben zwischen Schlachtfeld und Computerarbeitsplatz ein. Zwischen Pathos und Banalität, Mythos und Alltag, Spiel und Selbstanalyse gibt der Film einen Einblick in eine Welt, in der die großen Sehnsüchte der Menschen von heute sichtbar werden. Eine Ode an das Spiel und die Phantasie!

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Wochenendkrieger

Synopsis

Verborgen in unseren Wäldern leben heute noch beinahe unbemerkt Elfen und Orks, Krieger und Untote, finstere Fürsten und strahlende Lichtgestalten. Zu Tausenden treffen sich diese sonderbaren Wesen jedes Wochenende zum großen Spiel. Dann hallen martialische Schreie durch die Wälder, Elfen suchen nach versunkenen Märchenwelten und gewaltige Ritterheere ziehen übers Feld und hinterlassen eine Spur der Verwüstung. Gut gegen Böse – der ewige Kampf. Was wie das Szenario aus "Herr der Ringe" klingt, ist für Tausende Live-Rollenspieler aufregende Realität. LARP (live action roleplay) nennt man diese organisierten Live-Rollenspiele, deren Verlauf und Ausgang von den Spielern selbst bestimmt werden. Ein Publikum gibt es nicht, sie spielen allein für sich, sind Schauspieler und Zuschauer zugleich. Zwischen April und Oktober finden jedes Wochenende hunderte „Cons“ statt, wie die Rollenspiel-Veranstaltungen genannt werden. Manchmal sind es ein paar Dutzend Rollenspieler die sich treffen, aber auf „Groß-Cons“ wie dem „Conquest of Mythodea“ im 300 Seelendorf Brokeloh in Niedersachsen oder dem „Drachenfest“ im hessischen Diemelstadt tummeln sich an die 8.000 Teilnehmer. Allein in Deutschland zählt die Rollenspiel-Community über 250.000 Spieler. Dabei entscheidet sich jeder Spieler für eine Rolle: Elfe, Ork, Fürst, Bettler, Magier, Siedler, Narr, Druide, Heiler, Ritter, Feuerwesen, Gaukler, Kobold, Hobbit oder Vampir sind die gängigsten Rollen, deren Eigenschaften nach Belieben in der Figur kombiniert und ausgebaut werden können. Viele Spieler entwickeln ihre Rollen über Jahre weiter, ein festes Drehbuch gibt es nicht, Improvisation und Phantasie sind das Rüstzeug, wenn es in den großen Schlachten um Leben und Tod geht. Es ist eine Welt wie aus den eigenen Kindertagen, in der das Spielen über allem steht. "Wochenendkrieger" portraitiert fünf Spieler und taucht in ihr Leben zwischen Schlachtfeld und Computerarbeitsplatz ein. Wenn Dirk als „Herrscher des Untoten Fleisches“ seine 300 Mann starke Armee in den Kampf führt, vermutet keiner, dass er im realen Leben als Sekretär bei den Grünen vorwiegend Parteisitzungen protokolliert. Chris, die strenge Gymnasiallehrerin aus Tübingen, ist als „Aniesha Fey, die Herrin der Leere“, eine der bekanntesten und gefürchtetsten Rollenspielfiguren in Deutschland und ein Star in der Szene. Gregor, der schwule Maskenbildner aus Berlin, entschlüsselt als „Erzmagier Lamathiel“ geheime Formeln und liebt das Spiel mit Identitäten und Rollen – sei es beim Magiertreffen oder in der Schwulenszene. Der korpulente Sven arbeitet als Montagearbeiter bei VW am Fließband und verwandelt sich am Wochenende in  den „Gärtner der Öligen Pestilenz“. „Mit meiner Figur kann ich keinen Prinz spielen, aber meiner Spielfigur macht es nichts aus, dass sie korpulent ist!“, sagt er und kann herzhaft über sich selbst lachen. Die gütige „Elfenkönigin Lenora“ regiert seit über 700 Jahren im Auental und steht vor einer Schicksalsentscheidung: Soll sie die Elfen in den Krieg führen oder in die Wälder flüchten? Im richtigen Leben steht die schüchterne Studentin aus dem brandenburgischen Groß-Ziehten vor dem Eintritt ins Berufsleben – als angehende Modedesignerin schneidert sie mit Vorliebe phantasievolle Kleider und Kostüme. Einfühlsam und nah an seinen Protagonisten, aber mit einer gehörigen Portion Humor geht Filmemacher Andreas Geiger ("Heavy Metal auf dem Lande") der Frage nach, woher die Sehnsucht nach diesen Phantasiewelten, archaischen Mythen und dem gemeinsamen Spiel kommt? Und wie gehen unsere Protagonisten – ganz normale, liebenswerte und reflektierte Menschen – mit den Widersprüchen ihres Parallellebens um? Dabei thematisiert der Film auf unterhaltsame Weise das vielschichtige Rollenverhalten in unserer postmodernen Gesellschaft, in der Menschen von Heute souverän ihre Identitäten wechselt, um unterschiedliche Aspekte ihrer Persönlichkeit in Beruf, Familie und Freizeit auszuleben. Und nicht zuletzt durch die Verbreitung von Sozialen Netzwerken wie Facebook wandeln viele Menschen selbstverständlich zwischen realer und virtueller Welt und spielen auch hier mit Identitäten und Rollen. "Wochenendkrieger" balanciert mit seinen Protagonisten zwischen Pathos und Banalität, Mythos und Alltag, Spiel und Selbstanalyse und gibt Einblick in eine Welt, in der die großen Sehnsüchte der Menschen von heute sichtbar werden. Eine Ode an das Spiel und die Phantasie!

Trailer & Bilder

Termine

arte
4. February 2018
01:45 uhr
Wochenendkrieger
HR
1. December 2017
00:00 uhr
Wochenendkrieger
EinsFestival
4. August 2016
14:00 uhr
Wochenendkrieger
RBB
9. February 2016
23:30 uhr
Wochenendkrieger
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2. February 2015
02:45 uhr
Wochenendkrieger
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18. January 2015
22:35 uhr
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Arsenal
24. September 2022
10:20 uhr
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Filmhaus
24. September 3628
22:50 uhr
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3001 Kino
24. September 3628
22:50 uhr
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Moviemento
24. September 3628
22:50 uhr
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Lichtblick-Kino
24. September 3628
22:50 uhr
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Schauburg
24. September 3628
22:50 uhr
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Bollwerk
24. September 3628
22:50 uhr
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Cinenova Open AIr
24. September 3628
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Eulenspiegel
24. September 3628
22:50 uhr
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Freiluftkino Hasenheide
1. January 1970
00:00 uhr
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Filmkunstfest MV / Capitol 3
1. January 1970
00:00 uhr
Wochenendkrieger
Filmkunstfest MV / Capitol 4
24. September 3628
22:50 uhr
Wochenendkrieger

Pressestimmen

(n-tv, 09.08. 2013)
"Spannend wie 'Herr der Ringe' (...) Mit außergewöhnlich schönen und teilweise sehr privaten Bildern, einer wunderbaren Erzählerstimme und passender Musik wird der Zuschauer mitgenommen in die verschiedenen Lager während des Live-Rollenspiels."
(Hamburger Abendblatt, 08.08. 2013)
"Mit musikalisch wuchtig untermalten, dramatischen Bildern, die den trocken abgefilmten Alltag und die Monologe der fünf Vorgestellten kontrastieren, wird die Faszination Live-Rollenspiel gut ins Kino übertragen. Den Alltag vergessen, neue Herausforderungen annehmen, Abenteuer erleben – ein großer Spaß."
(Stuttgarter Nachrichten, 06.08. 2013)
"Das Resultat ist ein kurzweiliger, informativer Film darüber, was sich samstags in manchen Wäldern abspielt, während andere gerade vorm Fernseher, hinterm Grill oder auf dem Sportplatz zugange sind. Zudem fesseln die spielinternen Handlungsstränge (…) Aber es geht auch um unser Menschenbild, um Identität. Jeder spielt täglich verschiedene Rollen, sei es die des Angestellten, des Elternteils oder Klassenclowns – warum also nicht auch noch die des Gärtners der öligen Pestilenz?"
(FAZ, 05.08. 2013)
"In postmodernen Zeiten, in denen althergebrachte Bindungen wie Sippe, Stamm oder Staat aufgeweicht worden sind, werden selbstgewählte Gemeinschaften immer mehr zu Orten realer Erfahrungen, die sonst nicht mehr selbstverständlich zur Verfügung stehen. Die Sehnsucht nach solchen Erfahrungen scheint der Grund dafür zu sein, dass immer mehr Menschen am Wochenende Auenland suchen. Solange sie dabei sich selbst und nicht tatsächlich Auenland zu finden glauben, ist das alles kein Problem."
(Berliner Zeitung, 05.08. 2013)
"(…) der Kampf ist Bestandteil, aber nicht einziger Inhalt des Liverollenspiels. Wir kämpfen ja auch nicht wirklich, wir simulieren nur. Dabei nimmt man eine Perspektive ein, die man im realen Leben eher schwer einnehmen kann. Zum Beispiel, einfach mal ein Arschloch sein: „Der Bauer hat mich gerade angerempelt, den bringe ich jetzt um.“ Man könnte es auch „Ferien vom Ich“ nennen."
"In postmodernen Zeiten, in denen althergebrachte Bindungen wie Sippe, Stamm oder Staat aufgeweicht worden sind, werden selbstgewählte Gemeinschaften immer mehr zu Orten realer Erfahrungen, die sonst nicht mehr selbstverständlich zur Verfügung stehen. Die Sehnsucht nach solchen Erfahrungen scheint der Grund dafür zu sein, dass immer mehr Menschen am Wochenende Auenland suchen. Solange sie dabei sich selbst und nicht tatsächlich Auenland zu finden glauben, ist das alles kein Problem."
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"(…) der Kampf ist Bestandteil, aber nicht einziger Inhalt des Liverollenspiels. Wir kämpfen ja auch nicht wirklich, wir simulieren nur. Dabei nimmt man eine Perspektive ein, die man im realen Leben eher schwer einnehmen kann. Zum Beispiel, einfach mal ein Arschloch sein: „Der Bauer hat mich gerade angerempelt, den bringe ich jetzt um.“ Man könnte es auch „Ferien vom Ich“ nennen."
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http://www.n-tv.de/leute/musikundfilm/Wochenendkrieger-tragen-Elfenohren-article11130531.html
Download Presskit (EN)
http://www.abendblatt.de/kultur-live/article118801523/Parteisekretaer-als-Fuerst-der-lebenden-Toten.html
Download Presskit (DE)
http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.wochenendkrieger-montags-sekretaer-samstags-ork.2cee365a-8731-4cbc-a395-0ed53dc6c035.html
Ein Film von Andreas Geiger

Links & Downloads

Credits

Regie: Andreas Geiger
Kamera: Axel Schneppat
Montage & Dramaturgie: Torsten Striegnitz
Ton: Oliver Stahn
Tongestaltung: Jürgen Funk
Musik: Uwe Schenk
Regieassistenz: Réka Kincses
2nd Unit Regie: Torsten Striegnitz
2nd Unit Kamera: Gerardo Milsztein, Jan Zabeil
Steadicam: Richard Eckes
2nd Unit Ton: Oliver Jonischkeit, Oliver Grafe, Karsten Höfer
Kameraassistent: Ralf Hahmann, Davor Marinkovic, Sebastian Woithe
Sprecher: Hand Werner Olm
Grafik: Alf Ruge
Producer: Georg Tschurtschenthaler
Herstellungsleitung: Kathrin Isberner
Produktionsleitung: Nick Pastucha, Rainer Baumert (RBB)
Produzent: Christian Beetz
Koproduzent: Arash T. Riahi, Michael Seeber, Sabine Gruber
Redaktion RBB: Dagmar Mielke, Jens Stubenrauch

Partner

Kooperation

Ansprechpartner / Produced by

gebrueder beetz filmproduktion Berlin
Heinrich-Roller-Straße 15
10405 Berlin
E-Mail:berlin@gebrueder-beetz.de
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