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Moderne Ruinen – Piramida

2. Piramida – Ein sowjetischer Brückenkopf auf Spitzbergen

Pyramiden, die ehemalige sowjetische Kohlestadt auf Spitzbergen mit der nördlichsten Lenin-Büste der Welt, war knapp 80 Jahre die kommunistische Vorhut im kapitalistischen Ausland. 1920 durch ein Sonderabkommen von Norwegen abgetreten, bauten knapp 1.000 Bergarbeiter unter luxuriösen Bedingungen in den kurzen Sommern und langen Wintern mitten im arktischen Ozean Kohle ab. Mit dem Zusammenbruch des Kommunismus begann das Ende Pyramidens. Heute ist die Stadt ein steinernes Dokument des Niedergangs der Sowjetunion und wird von Touristen wiederentdeckt, von Schrotthändlern ausgeschlachtet und von Eisbären, Polarfüchsen und Möwen neu besiedelt.

Synopsis

2. Piramida – Ein sowjetischer Brückenkopf auf Spitzbergenen Pyramiden war ein Vorposten der Sowjets im "kapitalistischen Ausland", an dem unter luxuriösen Lebensbedingungen in einem extrem unwirtlichen Umfeld 80 Jahre lang gelebt und gearbeitet wurde.  Heute ist Pyramiden Geschichte! Eine menschenleere Geisterstadt, die vielerorts wirkt, als sei sie erst gestern verlassen worden. Eigentlich gehört Spitzbergen zu Norwegen, doch ein internationales Abkommen aus den 1920er Jahren erlaubte der jungen Sowjetunion den Bergbau auf dem Archipel. Pyramiden, benannt nach dem pyramidenförmigen Berg, an dem es liegt, überstand den Zweiten Weltkrieg fast unzerstört und blühte dann als Kohlekombinat auf. Fast alles, was man heute hier sieht, erbauten die Sowjets nach dem Krieg. Fast alles musste mit dem Schiff in die Arktis geschafft werden. Und zwar im Sommer, wenn das Eis den Fjord freigab. Jedes Jahr im Oktober begann dann wieder die lange Isolation. Pyramiden war dann weitgehend auf sich gestellt. Die Kohle und das zentrale Kraftwerk hielten die Stadt im Eis am Leben. Sein Strom sorgte für Licht in den Wohnblocks der Kumpel, sein erhitztes Kühlwasser brachte bullige Wärme. Sogar Vieh- und Gemüsewirtschaft wurde so möglich. Rund tausend Menschen arbeiteten hier zuletzt unter Tage - Arbeiter, angesiedelt aus der Ukraine und Russland. Trotz Kälte und Polarnacht und nebligen Sommern waren die Leute hier gut, fast luxuriös versorgt. Es gab ein Schwimmbad mit einem eigenen Kinderbecken und ein Veranstaltungshaus mit Konzerträumen, einer Ballsporthalle und einem Kino, das allabendlich um sieben einen Film zeigte.
 Bis 1998. Bis Russland den Kohlebergbau auf Spitzbergen aufgab. Das Hotel "Tulip" öffnete noch ein, zwei Sommer für neugierige Reisende. Doch im Jahr 2000 war auch damit Schluss. Heute ist Pyramiden eine der nördlichsten Geisterstädte der Welt. Auf den ersten Blick wirkt die Stadt wie schockgefroren, eine konservierte sowjetische Musterstadt, in die die Bewohner jeden Moment zurückkommen könnten. Aber langsam, mit dem Tempo der Arktis, beginnt sich die Natur der Stadt zu bemächtigen. Als erste kamen die Möwen, die in den Gebäuden, Dachböden und Kuppeln ideale Bedingungen zum Nisten fanden. In letzter Zeit wurden immer öfter Eisbären gesichtet, die es sich in den verlassenen Gebäuden gemütlich machen. Auch Polarfüchse und die seltenen Spitzbergen-Rens streunen durch die verlassenen Straßen der Geisterstadt und stoßen dort seit zwei, drei Jahren immer öfter auf Abenteurer und Touristen, die von Reiseunternehmern nach Pyramiden gebracht werden, in die befremdliche Ruinen-Zivilisation inmitten arktischer Wildnis. Im Sommer tauchen auch immer wieder kleine Arbeitsteams aus Barentsburg oder der Inselhauptstadt Longyearbyen auf, die die Ruinen ausschlachten und verkäufliche Materialen oder Einrichtungsgegenstände mitnehmen. Derzeit ist im Gespräch, dass auch Arktisforscher oder andere Wissenschaftler hier ihre Basis aufschlagen. In der See östlich von Spitzbergen liegt immerhin eines der größten noch unerschlossenen Gasfelder der Welt. Letztes Jahr war ein Team von skandinavischen Archäologen und einer Fotografin um Hein Bjerck im Hotel "Tulip" abgestiegen. Für ein Buch dokumentierten sie, was von der Siedlung übrig blieb. "Die allermeisten Dinge stehen noch genau dort, wo sie hingehören", heißt es in dem Fotoband. "Dadurch fühlt es sich an, als sei alles nur verzögert oder kurz angehalten: Eine sowjetische Stadt, in der scheinbar die Zeit still steht." Die Protagonisten   Oleg Terechow, Physikstudent, verbringt seit letztem Jahr knapp fünf Monate pro Jahr in Pyramiden. Er wohnt im Hotel Tulip und führt Touristen durch die Geisterstadt. Igor Danilow und Sergey Iljin arbeiten im nahe gelegen Barentsburg, der noch aktiven russischen Enklave auf Spitzbergen. Im Auftrag der Bergwerksgesellschaft kommen sie immer wieder nach Pyramiden, um Gebrauchsgegenstände, Einrichtungsobjekte, Stühle oder auch Kabel und Baumaterial zu holen. Hein Bjerck, norwegischer Forscher und Archäologe, hat im letzten Jahr ein paar Wochen in Pyramiden verbracht und ein Buch über die Geschichte des Ortes geschrieben. Wie kaum ein anderer kennt er die Hintergründe des Aufstiegs und des Falls der Kohlestadt.

Trailer & Bilder

,Länge,43/52,Jahr,2011,Buch und Regie: Markus Reher Kamera: Torben Müller Schnitt: Martin Schomers Ton: Bea Müller Musik: Eike Hosenfeld, Moritz Denis, Tim Stanzel Graphik: Susanne Radelhof Herstellungsleitung: Kathrin Isberner, Susanne Heinz Produktionsleitung: Sarah Maret, Nick Pastucha Producer: Anahita Nazemi Produzent: Christian Beetz Redaktion ZDF/ARTE: Marita Hübinger, Caroline Auret,5383,5380,5386,5377,5132,5137"]

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Credits

Buch und Regie: Markus Reher
Kamera: Torben Müller
Schnitt: Martin Schomers
Ton: Bea Müller
Musik: Eike Hosenfeld, Moritz Denis, Tim Stanzel
Graphik: Susanne Radelhof
Herstellungsleitung: Kathrin Isberner, Susanne Heinz
Produktionsleitung: Sarah Maret, Nick Pastucha
Producer: Anahita Nazemi
Produzent: Christian Beetz
Redaktion ZDF/ARTE: Marita Hübinger, Caroline Auret

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