single-produktionen.php

Jürgen Böttcher – Ma Vie/Mein Leben

Die Portrait-Reihe „Ma Vie/Mein Leben“ auf den Spuren des größten Künstlers der DDR: Der Dokumentarfilmer und Maler Jürgen Böttcher alias Strawalde. Mit seiner Neigung zum Experiment hat er entscheidenden Einfluss auf Künstler nachfolgender Generationen genommen.

Streamingangebot

Jürgen Böttcher - Ma Vie/Mein Leben

Synopsis

Der Dokumentarfilmer und Maler Jürgen Böttcher alias Strawalde zählt zu den größten Künstlern der DDR. Mit seiner Neigung zum Experiment hat er entscheidenden Einfluss auf Künstler nachfolgender Generationen genommen. Jürgen Böttcher gehört zu den Menschen, denen man ihr Alter nicht ansieht –  und doch wird er am 8. Juli 2011 80 Jahre alt. Er ist einer, „der ewig jung bleibt“. Ein Mann, der drei deutsche Systeme erlebt hat und der mit viel Wut über die Untiefen der deutschen Geschichte spricht. Geprägt von den erschütternden Erfahrungen des Faschismus, enttäuscht von dem System in der DDR, an das er doch so gern geglaubt hätte und das dann seine Werke verbot und seine Freunde ausbürgerte, findet er sich nun wieder in einer neuen Zeit, in der er sich gleichzeitig nicht wirklich wiederfindet. Jürgen Böttcher ist ein Stück deutsche Geschichte, auf eine sehr unangepasste Art und bekennender Antikapitalist. Der Doppel-Adolf-Grimme-Preisträger Christian Beetz geht mit Jürgen Böttcher an den Ort seiner Kindheit, Strahwalde, in der Oberlausitz zurück und spricht mit ihm über Kindheit und Jugend. Viele Erinnerungen, auch seine Zeit in der Hitlerjugend, sind wieder da - und immer wieder geht es um das Gefühl der Schuld. Sie treffen sich in Böttchers Atelier-Wohnung in Berlin-Karlshorst, Böttcher stellt Bilder vor; Freunde, wie der Leiter der Berlinale, Dieter Kosslick, kommen vorbei. In der DDR und auch in der BRD der 70er und 80er Jahre war Jürgen Böttcher einer der bekanntesten Dokumentarfilm-Regisseure. Seine Filme waren stilbildend, Orientierungsgröße und heimliches Vorbild für eine ganze Generation deutscher Filmemacher. Böttcher wurde zu Beginn seiner künstlerischen Karriere als Maler verboten und auch als Filmemacher zum Teil ausgebremst. Trotzdem blieb er in der DDR und ging nicht mit Freunden wie Biermann „rüber“ nach Westdeutschland. Seine unter dem Pseudonym Strawalde  berühmt gewordenen Bilder befinden sich u. a. in folgenden öffentlichen Sammlungen: Nationalgalerie Berlin, Sammlung Deutscher Bundestag im Reichstagsgebäude, Albertinum-Dresden, Dresdner Residenzschloss, Albertina- Wien, Bibliothèque nationale de France, Museum Ludwig, The Boston Public Library. Nach dem Zusammenbruch der DDR war Böttcher der erste Dokumentarfilmer aus dem Osten, der in den Pantheon der europäischen Filmgeschichte aufgenommen wurde. 1992 erhielt Jürgen Böttcher aus der Hand des Bundesinnenministers das Filmband in Gold für sein Lebenswerk: die höchste Auszeichnung, die der Staat an Filmleute zu vergeben hat. Kurz zuvor hatte er für seinen Film DIE MAUER (1990) den Felix, den Europäischen Filmpreis, für den besten Dokumentarfilm Europas erhalten. 1994 wurde er durch den französischen Präsidenten François Mitterrand mit dem Titel „Officier de l'Ordre des Arts et des Lettres“ für sein künstlerisches Gesamtwerk ausgezeichnet, 2001 dann das Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland, 2006 wurde er bei der Berlinale mit einer Goldenen Kamera geehrt. Seine Malerei findet im offiziellen Kulturbetrieb der DDR keine Anerkennung. Ihm wird „Ästhetizismus“ zur Last gelegt. Jürgen Böttcher hat sich die letzten Jahre wieder sehr intensiv der Malerei gewidmet. In seinen Bildern spielt das surreale Element - das Suchen nach einer verborgenen, übergeordneten Wahrheit - ebenfalls eine große Rolle. Trotz der starken Einschränkungen durch das Verbot in der DDR hat er das Malen nie aufgegeben und ist heute international anerkannt. So verkaufen sich seine Bilder aktuell in Asien zu Preisen von über 50.000,- Euro. Ausschnitte aus seinen Dokumentarfilmen sind „Wäscherinnen“ (1972), „Rangierer“ (1984), "Barfuß und ohne Hut" (1964) oder „Die Mauer“ (1990) und erzählen Geschichten aus einem, aus seinem anderen Leben, aus einer nunmehr unwirklich erscheinenden Zeit. Auch Beispiele seiner experimentellen Übermalungsfilme "Verwandlungen 1-3" daraus "Potter’s Stier" (1981) und aus seinen DEFA- Auftragsfilmen, den sogenannten „Straffilmen“, wie z.B. der "Tierparkfilm" (1968) werden gezeigt. Sein einziger Spielfilm „Jahrgang ´45“ wird zitiert, um so seinen sehr individuellen Stil, aber auch die Probleme der „jungen  Wilden“ in der DDR exemplarisch zu erzählen, die letztlich zum Scheitern des Systems führten.

Trailer & Bilder

Termine

arte
3. July 2011
16:30 uhr
Jürgen Böttcher - Ma Vie/Mein Leben
arte
9. July 2011
06:45 uhr
Jürgen Böttcher - Ma Vie/Mein Leben
Filmkunstfest MV
20. June 2011
22:45 uhr
Jürgen Böttcher - Ma Vie/Mein Leben
Martin-Gropius-Bau
24. September 2022
11:58 uhr
Jürgen Böttcher – Ma Vie/Mein Leben

Pressestimmen

3298
Download Presskit (DE)
Download Postcard
Tagesspiegel
Filmporträt zum 80. - Christan Beetz hat für Arte den Defa-Dokumentaristen ins Karlshorster Atelier und sein Heimatdorf in Sachsen begleitet.
Märkische Allgemeine
"Das Filmteam steht mit Jürgen Böttcher auf der Straße. Der Maler entdeckt auf einem orangefarbenen Müllcontainer Schrammen und Kratzer. Begeistert springt er durch das Bild und fordert den Kameramann (Lars Barthel) auf, die abgeblätterte Farbe in einer Fahrt abzufilmen. Beetz legt später Musik unter diese Aufnahmen. Und tatsächlich: auf dem Container tanzen Figuren, korrespondieren Linien und Schraffuren miteinander."

Links & Downloads

Credits

Länge

Partner

Kooperation

Koproduktion

Ansprechpartner / Produced by

gebrueder beetz filmproduktion Hamburg
Heinrich-Roller-Straße 15
10405 Berlin
E-Mail:berlin@gebrueder-beetz.de
Tel:+49 (0) 30 695 669 10
Fax:+49 (0) 30 695 669 15